Psychologische Sicherheit ist die geteilte Überzeugung eines Teams, dass man zwischenmenschliche Risiken eingehen kann, ohne dafür bestraft oder bloßgestellt zu werden. Weil es eine Überzeugung ist, kann man sie nicht beobachten. Man muss fragen. Hier sind die sieben Aussagen, die Auswertung und die Durchführung.
Die Umfrage und der Report sind derzeit auf Englisch. Diese Seite, das Informationsblatt für den Betriebsrat und der Auftragsverarbeitungsvertrag liegen auf Deutsch vor.
Woher der Fragebogen stammt
Amy Edmondson hat psychologische Sicherheit 1999 in einer Studie mit 51 Arbeitsteams eines Fertigungsunternehmens gemessen (Edmondson, A. (1999). Psychological Safety and Learning Behavior in Work Teams. Administrative Science Quarterly, 44(2), 350–383). Dafür nutzte sie sieben Aussagen, die jedes Teammitglied danach bewertete, wie genau sie das eigene Team beschreiben. Drei Aussagen sind negativ formuliert und werden umgekehrt gewertet. Die Skala wurde seither in Hunderten Studien verwendet; es gibt keinen guten Grund, sie umzuschreiben.
Die folgende deutsche Fassung ist eine sinngemäße Übertragung, die möglichst nah am Original bleibt. Sie ist keine psychometrisch validierte Übersetzung; für die Arbeit im Team reicht sie, für eine Studie sollten Sie eine publizierte Validierung heranziehen.
Bewertung je Aussage auf einer Skala von 1 (trifft gar nicht zu) bis 5 (trifft voll zu). (R) markiert die umgekehrt gewerteten Aussagen.
- 1
Wenn man in diesem Team einen Fehler macht, wird einem das oft nachgetragen.R
- 2
Die Mitglieder dieses Teams können Probleme und schwierige Themen offen ansprechen.
- 3
In diesem Team werden Menschen manchmal abgelehnt, weil sie anders sind.R
- 4
In diesem Team ist es sicher, ein Risiko einzugehen.
- 5
Es fällt schwer, andere Mitglieder dieses Teams um Hilfe zu bitten.R
- 6
Niemand in diesem Team würde absichtlich etwas tun, das meine Arbeit untergräbt.
- 7
In der Zusammenarbeit mit diesem Team werden meine besonderen Fähigkeiten und Talente geschätzt und genutzt.
Was die Items fragen und was nicht
Die Aussagen fragen nach Konsequenzen (was passiert, wenn man einen Fehler macht), nach Verhalten (kann man schwierige Themen ansprechen) und nach Überzeugung (ist es sicher, ein Risiko einzugehen). Sie fragen nicht, ob die Leute sich mögen, ob die Führungskraft freundlich ist oder ob das Team erfolgreich ist. Das sollte so bleiben. Wer „Wir sind ein eingeschworenes Team“ oder „Meine Führungskraft unterstützt mich“ hinzufügt, mischt Zusammenhalt und Führung hinein und macht den Wert schwerer zu deuten. Wenn Sie diese Dinge auch messen wollen, messen Sie sie als eigene Kennzahlen.
Auswertung
- Die drei negativen Items umkehren (1, 3 und 5): Antwortwert von 6 abziehen. Aus 5 wird 1, aus 4 wird 2, 3 bleibt 3. Danach bedeutet überall ein hoher Wert mehr Sicherheit.
- Pro Person die sieben Items mitteln. Das ist der individuelle Wert von 1 bis 5.
- Über das Team mitteln und die Streuung ansehen. Ein Mittelwert von 3,5 kann bedeuten, dass alle „geht so“ antworten, oder dass die eine Hälfte 5 und die andere 2 angibt. Das zweite Team hat ein anderes Problem als das erste.
- Die Itemebene lesen. Ein Team, das insgesamt gut abschneidet, aber bei „Fehler werden nachgetragen“ niedrig liegt, hat ein konkretes Problem mit dem Umgang mit Fehlern. Das ist ein nützlicherer Befund als ein Durchschnitt von 3,8. Niedrige Werte bei Item 7 deuten oft auf ein Rollen- oder Besetzungsproblem, nicht auf das Klima.
Durchführung im Team
Ob der Fragebogen hilft oder schadet, entscheidet sich nicht an den Items, sondern an der Durchführung. Vier Regeln, die sich bewährt haben:
- Anonym, mit Schwellenwert. Zeigen Sie Ergebnisse nur aggregiert und erst ab fünf Antworten. Bei PEAKTEAMS erscheinen Ergebnisse erst, wenn mindestens fünf Teammitglieder geantwortet haben; die eigene Antwort der teamverantwortlichen Person zählt nicht mit.
- Vorher erklären, warum. Eine kurze Nachricht: Was psychologische Sicherheit ist (mit Edmondsons Definition), warum das Team sie misst, wer was sieht und wann die Ergebnisse besprochen werden.
- Kurz halten. Sieben Items dauern unter zwei Minuten. Wenn die Items Teil einer größeren Teamumfrage sind, gehören sie zusammen und werden nicht aufgefüllt.
- Ergebnisse besprechen, nicht verkünden. Das Team sieht die aggregierten Werte und spricht darüber, was dahintersteckt. Die Führungskraft hört zuerst zu. Ein niedriger Wert ist keine Anklage, sondern ein Auftrag.
Was ein niedriger Wert bedeutet und was hilft
Niedrige psychologische Sicherheit ist fast immer gelernt: ein Fehler, der bestraft wurde, eine Frage, über die gelacht wurde, ein Einwand, der jemanden ein Projekt gekostet hat. Die Reparatur ist ebenso konkret. Beim nächsten Fehler lautet die erste Frage der Führungskraft „Was lernen wir daraus“ und die erste Maßnahme ist die Korrektur des Systems, nicht die Suche nach der Person. Führungskräfte, die eigene Fehler zuerst zugeben, machen es anderen möglich. Das ist die günstigste Intervention, die es gibt, und die, die am häufigsten ausgelassen wird. Allgemeines Teambuilding bewegt den Wert dagegen selten.
In der PEAKTEAMS-Teamumfrage ist psychologische Sicherheit als KPI Trust & Safety enthalten, als einer von 18 KPIs neben Kommunikationskultur, Konfliktverhalten und Feedback. So sehen Sie nicht nur, ob es im Team sicher ist, sondern auch, womit das zusammenhängt. Mehr zu den freien Selbsttests finden Sie unter Resources; die englische Fassung dieses Leitfadens steht im Knowledge Center.
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Ein kurzer anonymer Fragebogen, in dem Teammitglieder Aussagen dazu bewerten, ob es in ihrem Team sicher ist, Fehler zuzugeben, Probleme anzusprechen, um Hilfe zu bitten und anders zu sein. Das Standardinstrument ist die Sieben-Item-Skala von Amy Edmondson aus dem Jahr 1999, bewertet auf einer Skala von 1 bis 5 oder 1 bis 7 und über das Team gemittelt.
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Kostenlos in der Early-Access-PhaseKeine KreditkarteErgebnisse erst ab fünf AntwortenDie Umfrage und der Report sind derzeit auf Englisch.